Sarah Kukemüller Fotografie

Anne & Felix: Ein kleines Ja Wort im Standesamt und ein Sonnenuntergang im August

Manchmal öffnet sich eine Tür und noch bevor man den ersten Schritt hineinsetzt, ist da dieses Gefühl. Das passt. So ging es mir mit Anne und Felix. Es gibt Paare, die man sofort ins Herz schließt, ohne dass man genau erklären könnte, warum. Vielleicht sind es die leisen Blicke zwischendurch. Oder dieses freundliche Lächeln, das nicht für die Kamera da ist, sondern einfach so passiert. Genau so war es bei ihnen.

Am 15.05.2025 durfte ich ihre standesamtliche Trauung begleiten. Kein großes Drumherum, kein Trubel, sondern ein kleiner Kreis, der sich ganz nach ihnen anfühlte. Schon beim Ankommen lag etwas Leichtes in der Luft. Ein kurzer Blick über die Schulter, eine Hand, die wie selbstverständlich die andere findet, leise Worte, die nur für zwei Ohren bestimmt sind.

Im Standesamt wurde es dann genauso, wie man es sich wünscht. Nicht perfekt im Sinne von alles ist still, sondern perfekt im echten Leben. Es wurde gelacht. Es wurde sich gegenseitig angelächelt. Und zwischendurch gab es diese kleinen Sekunden, in denen die Zeit kurz langsamer zu laufen scheint. Anne saß da mit diesem feinen, warmen Strahlen im Gesicht, Felix immer wieder mit einem Blick zu ihr, als würde er sich vergewissern. Ja. Genau das.

Manchmal denke ich bei solchen Trauungen, es sind nicht die großen Gesten, die später bleiben, sondern die kleinen, die man fast übersehen könnte, wenn man nicht genau hinschaut.

Nach dem Ja-Wort kamen die Gratulationen und in so einer kleinen Runde fühlt sich das oft besonders schön an. Umarmungen sind nicht “schnell schnell”, Worte gehen nicht in einer Menge unter, und man merkt richtig, wie alle einmal durchatmen, als hätte der Moment jetzt offiziell einen Platz bekommen. Bevor wir weitergezogen sind, haben wir noch ein Gruppenfoto gemacht. Nicht geschniegelt, nicht streng gestellt, sondern so, dass man später beim Anschauen fast wieder hört, wie es klang. Dieses fröhliche Durcheinander, bevor alle gleichzeitig kurz stillhalten.

Beim anschließenden Paarshooting hatten Anne und Felix richtig Spaß vor der Kamera und genau das sieht man den Bildern an. Da war kein verkrampftes Posieren, kein Was mache ich mit meinen Händen. Eher dieses leichte Miteinander. Ein paar Schritte aufeinander zu, ein kleiner Scherz, ein Lachen, das ansteckt. Und mittendrin diese leisen Momente, in denen sie kurz näher zusammenrücken und für einen Augenblick alles andere vergessen.

Es hilft dabei unglaublich, wenn man nicht ständig versucht, für die Kamera zu funktionieren, sondern einfach beim anderen bleibt. Ein paar Worte reichen schon. Eine kleine Frage, ein Satz, irgendetwas, das euch in eure Verbindung holt. Bewegung macht es oft noch leichter. Gemeinsam ein paar Schritte gehen, sich kurz drehen, einmal aneinander vorbeilaufen und wiederfinden. Plötzlich ist da Dynamik und der Kopf wird still. Am schönsten wird es aber fast immer dann, wenn Nähe wichtiger ist als Perfektion. Hände halten, kurz die Stirn aneinander legen, einmal tief durchatmen und schon wirkt alles wie von selbst.

Ein paar Wochen später meldete sich Anne wieder bei mir und fragte nach einem After Wedding Shooting. Ich habe mich wahnsinnig über die Anfrage gefreut.

Manchmal ist der Hochzeitstag einfach voll, nicht stressig voll, sondern voll im schönsten Sinn. Voll mit Menschen, Gesprächen, Umarmungen, kleinen Geschichten am Rand. Und dann merkt man im Nachhinein, “Wir haben das Paarshooting gar nicht richtig auskosten können”, weil wir die Zeit mit unseren Liebsten einfach zu sehr genossen haben. Genau so war es bei den beiden.

Ihre große Hochzeit habe ich nicht fotografiert, aber umso schöner war es, dass wir für ihre Paarbilder noch einmal ganz bewusst Raum geschaffen haben. Ich finde das Paarshooting sollte den Hochzeitstag nicht unterbrechen. Es darf ein kleines Zeitfenster sein, ein ruhiges Atemholen. Und wenn dieses Fenster am Tag selbst zu klein ist, kann ein After Wedding Shooting genau das schenken. Zeit. Ohne Druck, ohne Blick auf die Uhr.

Wir haben uns also im August verabredet und wie das manchmal so ist, hatte das Wetter seine eigenen Pläne. Wir mussten den Termin mehrmals verschieben. Aber ganz ehrlich, es hat sich sowas von gelohnt. Als wir uns schließlich trafen, waren die Temperaturen perfekt. Die Luft war angenehm, nicht zu heiß, nicht zu kühl. Und dann kam dieser Moment, den man nicht machen kann, der einfach passiert. Ein Sonnenuntergang, der alles weich zeichnet. Das Licht wurde langsam goldener, die Wiese fühlte sich an wie ein ruhiger Teppich aus Sommer, und im Hintergrund lag eine Aussicht, die plötzlich ganz still wirkte, obwohl eigentlich gar nichts still war.

Genau hier liegt einer der großen Vorteile eines After Wedding Shootings. Wir können es so planen, dass wir die goldene Stunde wirklich mitnehmen, ohne Termine, ohne Ablaufplan im Nacken. Und dazu noch eine Location, die am Hochzeitstag gar nicht in Reichweite war. Wir können kurz warten, wenn das Licht noch ein bisschen schöner wird, oder früher starten, wenn es genau dann am stimmigsten ist. Und noch etwas liebe ich daran. Man muss nicht so vorsichtig sein.

Am Hochzeitstag ist das Kleid oft noch makellos, der Saum sauber, und irgendwo schwingt immer diese kleine Sorge mit. Bitte nichts ruinieren. Beim After Wedding Shooting ist das meist anders. Der Saum hat den großen Tag schon erlebt und damit ist die Erlaubnis plötzlich da, wirklich frei zu sein. Rennen, lachen, sich auf die Wiese setzen, sich kurz fallen lassen, ohne schlechtes Gewissen. Anne und Felix haben das voll angenommen. Ein kurzer Sprint über das Gras, ein Festhalten, ein Stolpern und Lachen, und dann wieder dieses ruhige Nebeneinander, als hätten sie die Welt kurz ausgeschaltet. Genau daraus entstehen diese besonderen Bilder, die nicht gemacht aussehen, sondern gefühlt.

Und ganz ehrlich, noch einmal ins Hochzeitsoutfit zu schlüpfen, ist wirklich ein tolles Gefühl. Als würde man den Tag noch einmal aufschlagen, aber diesmal mit mehr Ruhe zwischen den Seiten.

Anne und Felix, danke, dass ich diese Erinnerung für euch festhalten durfte.

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